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Routenschilder: Papier oder digital?

Gedruckte Schilder oder elektronische Displays? Beide Lösungen haben ihre Stärken und Grenzen.

Ein Vergleich mit Zeitrechner und Entscheidungshilfe.

Papier oder digital

Routenschilder im Hallenalltag

Routenschilder informieren direkt an der Kletterwand über Schwierigkeitsgrad, Routenname und weitere Angaben. Viele Hallen verwenden dafür gedruckte Schilder, teilweise mit QR-Code. Eine Alternative sind elektronische Displays, deren Inhalte sich digital aktualisieren lassen.

Werden Routen regelmäßig umgeschraubt, müssen auch die Informationen an der Wand aktualisiert werden. Bei gedruckten Schildern bedeutet das häufig einen Neudruck. Welche Lösung besser passt, hängt unter anderem von der Anzahl der Kletterlinien, der Häufigkeit des Routenbaus und den Abläufen in der Halle ab.

Routenschilder aus Papier

Die Routendaten werden in eine Vorlage eingetragen oder aus einer Routendatenbank übernommen. Anschließend werden die Schilder ausgedruckt und an der Wand befestigt. Häufig werden sie zum Schutz laminiert.

Stärken

  • Geringe Anschaffungskosten
  • Mit vorhandener Ausstattung meist einfach umzusetzen
  • Unabhängig von Stromversorgung und Funkverbindungen

Grenzen

  • Bei Änderungen müssen Schilder angepasst oder neu gedruckt werden
  • Drucken, Zuschneiden und Anbringen benötigen Zeit
  • Laufender Verbrauch von Papier und gegebenenfalls Laminierfolie

Digitale Routenschilder

Die Routendaten werden in einer Software gepflegt und auf Displays an der Kletterwand angezeigt. Änderungen können je nach System ohne erneutes Drucken übertragen werden.

Stärken

  • Änderungen ohne Neudruck möglich
  • Kein laufender Verbrauch von Papier und Laminierfolie
  • Je nach System zusätzliche Informationen und Funktionen möglich
  • E-Paper-Displays benötigen wenig Energie und können häufig mit Batterien betrieben werden

Grenzen

  • Höhere Anschaffungskosten
  • Einrichtung und technische Infrastruktur erforderlich
  • Batteriewechsel und gelegentliche Wartung der Geräte
  • Je nach System laufende Softwarekosten

Rechner

Wie viel Zeit benötigen Papierschilder?

Wie viel Zeit die Erstellung und der Austausch von Routenschildern benötigen, hängt von den Abläufen in der jeweiligen Halle ab.

Mit dem Rechner könnt ihr den jährlichen Zeitaufwand abschätzen. Die voreingestellten Werte sind Beispielwerte. Je nach Arbeitsweise und Ausstattung kann der tatsächliche Aufwand deutlich abweichen.

Tipp: Stoppt bei der nächsten Schraubaktion einmal die Zeit für die Erstellung und das Aufhängen der Schilder. Berücksichtigt auch den späteren Austausch.

Wie viele Papierschilder werden jährlich neu erstellt und ausgetauscht?
Durchschnitt je Schild über alle Arbeitsschritte – siehe Aufstellung unten
40Arbeitsstunden im Jahr
5,0Arbeitstage à 8 Stunden

So setzt sich der Standardwert zusammen (Schätzung je Schild)

Daten in die Vorlage eintragen
1–2 Min.
Drucken
unter 0,5 Min.
Zuschneiden
0,5–1 Min.
Laminieren inkl. Nachschneiden
0,5–1 Min.
Aufhängen an der Wand
1–2 Min.
Später abnehmen und entsorgen
0,5–1 Min.
Summe
ca. 4–8 Min.

Die Zeiten berücksichtigen typische Arbeitsschritte bei der Herstellung im Stapel. Je nach Organisation können einzelne Schritte entfallen oder länger dauern. Werden die Routendaten bereits digital verwaltet, kann der Zeitaufwand für die Eingabe entfallen.

Nicht eingerechnet: Nachdrucke nach Korrekturen oder Grad-Anpassungen sowie Folie und Druckkosten.

Formel: neue Papierschilder pro Jahr × Minuten pro Schild ÷ 60 = Stunden im Jahr.

Zur Einordnung: Der Rechner zeigt den geschätzten Zeitaufwand für Papierschilder. Er ist kein direkter Vergleich mit digitalen Routenschildern, bei denen ebenfalls Aufwand für Datenpflege und Technik entsteht.

Vergleich

Papier und digital im Überblick

Welche Funktionen digitale Routenschilder bieten, hängt vom jeweiligen System ab.

PapierDigital
Anschaffung gering, wenn Ausstattung vorhandenhöher durch Displays und Technik
Erstellung manuell oder aus einer Routendatenbanküber Software
Änderungen der Routendaten Neudruck erforderlichdigital aktualisierbar
Routenwechsel Schild austauschenDisplay weiterverwenden
Laufender Aufwand Drucken, ggf. Laminieren und AustauschenDatenpflege und Gerätewartung
Zusätzliche Informationen durch Platz auf dem Schild begrenztdurch Displaygröße begrenzt, Inhalte je nach System wechselbar
QR-Code möglichmöglich
Technische Voraussetzungen Drucker, ggf. LaminiergerätDisplays, Software und Funkinfrastruktur
Laufende Kosten Papier, Druck, ggf. FolieBatterien, ggf. Software und Betrieb
Erweiterbarkeit weitere Schilder druckenzusätzliche Displays, Funktionen je nach Software

Entscheidungshilfe

Welche Lösung passt zu welcher Kletterhalle?

Besonders geeignet, wenn …

Papier

die Erstellung und der Austausch der Schilder gut organisiert sind und der laufende Aufwand überschaubar bleibt.

Digital

häufig umgeschraubt wird oder Informationen an der Wand regelmäßig aktualisiert werden sollen.

Papier und digital kombinieren

zunächst einzelne Wandbereiche mit digitalen Displays ausgestattet werden sollen, während andere weiterhin Papierschilder verwenden.

Checkliste

Was macht ein gutes Routenschild aus?

Unabhängig davon, ob ein Routenschild gedruckt oder digital ist, sollte es vor allem seinen Zweck erfüllen.

Gut lesbar

Schwierigkeitsgrad und weitere Routendaten lassen sich schnell erkennen.

Eindeutig

Das Schild lässt sich der richtigen Route oder Linie zuordnen.

Aktuell

Das Schild gehört zur Route, die gerade an der Wand ist. Nach einem Umbau wird es ersetzt oder angepasst.

Einheitlich

Eine wiedererkennbare Gestaltung erleichtert die Orientierung.

Alltagstauglich

Erstellung, Aktualisierung und Austausch lassen sich gut in den Routenbau integrieren.