Routen­datenbank

Grad-Bewertung umstellen: vom Zettel zur App

Zettel an der Wand oder Strichliste an der Theke – so sammeln viele Hallen die Einschätzungen ihrer Gäste.

Warum sich der Umstieg auf die digitale Bewertung lohnt und wie ihr alle Gäste mitnehmt.

Bestandsaufnahme

Zettel, Strichliste oder digital?

Beide Wege haben ihre Berechtigung. Entscheidend ist, was eure Halle mit den Bewertungen erreichen will.

Zettel oder Strichliste

Gäste notieren ihre Einschätzung direkt an der Wand oder an der Theke. Das Team wertet aus und trägt den Grad nach.

Stärken

  • Niedrigschwellig – ohne Konto und ohne Smartphone
  • Direkt an der Wand sichtbar
  • Seit Jahren eingespielt

Grenzen

  • Auswertung von Hand
  • Zettel gehen verloren oder sind schwer lesbar
  • Mehrfachstimmen sind möglich
  • Das Ergebnis kommt erst verspätet an

Digitale Bewertung

Gäste bewerten Grad und Qualität in der App oder im Browser. Der Community Grade wird automatisch berechnet.

Stärken

  • Auswertung automatisch und in Echtzeit
  • Eine Stimme pro Person
  • Sterne und Kommentare als zusätzliches Feedback
  • Bewertungen bleiben dauerhaft auswertbar

Grenzen

  • Gäste brauchen ein Konto
  • Die Umstellung braucht etwas Begleitung

Gründe

Was die digitale Bewertung bringt

Der größte Unterschied: Die Einschätzungen der Gäste landen nicht mehr in einer Kiste, sondern sofort dort, wo sie gebraucht werden.

Sofort ausgewertet

Der Community Grade wird mit jeder Bewertung neu berechnet – ohne Einsammeln, Abtippen oder Nachdrucken.

Verlässliche Stimmen

Jede Person bewertet eine Route nur einmal. Mehrfach- und Spaßbewertungen fallen weg.

Feedback für den Routen­bau

Neben dem Grad zeigen Sterne und Kommentare, welche Routen gut ankommen – wertvoll für die Planung.

Langfristig

Bewertungen, die nicht verloren gehen

Ein Zettel ist nach der Auswertung erledigt. Digitale Bewertungen bleiben gespeichert – auch dann, wenn eine Route längst wieder abgeschraubt ist. So wächst mit jeder Woche eine Grundlage für die Planung, die weit über die einzelne Route hinausgeht.

Das Routen­bau-Team sieht zum Beispiel:

  • Wie gut die eigenen Grad-Vorschläge im Schnitt zum Community Grade passen – je Person im Team
  • Welche Routen deutlich härter oder leichter bewertet wurden
  • Wessen Routen und welche Griffserien besonders gut ankommen
  • Wie sich Bewertungen und Kommentare über die Monate entwickeln

Vorschlag und Ergebnis

Ein Grad braucht Bestätigung

Beim Schrauben schätzt das Routen­bau-Team den Grad – eine erste Einschätzung, die sich erst mit vielen Begehungen bestätigt. Am Fels ist das ganz selbstverständlich, an der Hallenwand wird der Vorschlag dagegen schnell als feststehender Grad gelesen.

Deshalb lohnt es sich, Vorschlag und Ergebnis klar zu trennen. In Routes-Manager stehen beide Werte nebeneinander: der VR-Grad als Vorschlag des Routen­bau-Teams und der Community Grade aus den Bewertungen der Gäste. Der Tacho zeigt auf einen Blick, wie viele Stimmen eingeflossen sind.

In Planung: Solange eine Route noch wenige Bewertungen hat, wird der Grad als vorläufig gekennzeichnet. Ab einer Mindestzahl, die ihr selbst festlegt, wird automatisch der Community Grade angezeigt.

Route mit Tacho: VR-Grad 7+, Community Grade 7, bestätigt von 34 Stimmen

Schritt für Schritt

Die Umstellung gut planen

Eine Umstellung gelingt, wenn sie angekündigt, begleitet und nicht über Nacht erzwungen wird.

  1. Team einbinden Routen­bau und Theke wissen, warum umgestellt wird, und können die neue Bewertung selbst erklären.
  2. Ankündigen Ein fester Starttermin, angekündigt per Aushang, Newsletter und Social Media.
  3. Übergangs­phase Einige Wochen laufen Zettel und digitale Bewertung parallel.
  4. Hilfe vor Ort An der Theke wird die App gezeigt – gern mit einem kleinen Einführungstag.
  5. Zettel auslaufen lassen Wenn die meisten Bewertungen digital eingehen, verschwinden die Zettel.

Alle mitnehmen

Was eure Gäste davon haben

Gäste fragen nicht nach der Technik, sondern: Was habe ich davon? Diese vier Vorteile überzeugen – am besten immer wieder gleich formuliert.

Die eigene Stimme zählt

Der Community Grade erscheint an der Wand, und das Routen­bau-Team sieht, was gefällt.

Fortschritt im Blick

Ticklist, Statistik und Projekte zeigen, was geschafft ist und woran man arbeitet.

Nichts Neues verpassen

Neue Routen sofort sehen – gefiltert nach „noch nicht geklettert“ oder Auto-Belay.

Ehrliche Grade

Der Community Grade zeigt, wie viele andere die Route einschätzen – gut zu wissen vor dem Einstieg.

Kommunikation

So erfahren alle davon

Am meisten erreicht ihr in der Halle selbst. Auf Info­displays an Eingang, Theke und Wand läuft die Ankündigung zeitgesteuert – vor dem Start, am Starttag und in den Wochen danach. Später zeigen sie zum Beispiel die neuen Routen der Woche oder die bestbewertete Route des Monats.

Dazu kommen weitere Wege, die sich gut ergänzen:

  • Gespräche an der Theke – kurz die App zeigen und beim Einrichten helfen
  • Das Routen­bau-Team an einem Abend an der Wand ansprechbar
  • Aushänge mit QR-Code an Eingang, Theke und Umkleide
  • Artikel in Vereins­zeitung oder Newsletter, der das Warum erklärt
  • Ein kurzes Instagram-Reel und Story-Erinnerungen zum Start
  • Trainingsgruppen, Jugend und Kurse als Multiplikatoren
  • Ein Aktionstag oder eine kleine Verlosung unter allen, die im ersten Monat bewerten

Mehr zu den Info­displays →

Ideen

So könnte es klingen

Ein paar Formulierungen als Anregung – am besten in eurem eigenen Ton und auf allen Kanälen ähnlich, damit die Botschaft hängen bleibt.

Infodisplay und Plakat

„Deine Meinung zählt – bewerte unsere Routen in der App. Dein Grad, deine Sterne, direkt an der Wand.“

Instagram

„Ab jetzt entscheidet ihr mit: Bewertet Routen in der App, und unser Routen­bau-Team sieht sofort, was euch gefällt. Dazu gibt's eure persönliche Ticklist mit Statistik.“

Vereins­zeitung und Newsletter

„Wer klettert, hat eine Meinung zum Grad – jetzt fließt sie direkt in unsere Routen ein. Und der Kreislauf ist einfach: Ihr bewertet, der Grad passt sich an, wir schrauben, was ankommt.“

Zum Aushängen

Kurz erklärt für eure Gäste

Eine kurze Liste für Aushang, Infodisplay oder Vereins­zeitung – warum ihr umstellt und was die Gäste davon haben.

Warum wir umstellen

  • Zettel gehen verloren, und das Auswerten dauert – euer Feedback kommt zu spät an.
  • Digital zählt jede Stimme genau einmal – das macht den Grad verlässlicher.
  • Eure Bewertungen bleiben gespeichert und helfen uns langfristig beim Routen­bau.

Was ihr davon habt

  • Mitbestimmen: Euer Grad und eure Sterne fließen direkt in den Community Grade ein.
  • Sofort sichtbar: Das Ergebnis steht an der Wand – nicht erst Wochen später.
  • Bessere Routen: Wir sehen, was euch gefällt, und schrauben mehr davon.
  • Eigene Statistik: Ticklist, Projekte und euer Fortschritt auf einen Blick.
  • Nichts verpassen: neue Routen sofort sehen, auf Wunsch nur die noch nicht gekletterten.

Häufige Fragen zur Umstellung

Ja. Mit ihrem Konto können Gäste Routen auch im Browser bewerten – am Smartphone, Tablet oder Computer.

Die App ist der schnellste Weg, direkt nach dem Klettern. Für Gäste, die keine App installieren möchten, reicht der Browser.

Ja – und das ist bewusst so. Mit einem Konto lässt sich jede Bewertung einer Person zuordnen: Jede Person bewertet eine Route nur einmal, Mehrfach- oder Spaßbewertungen fallen weg.

So entsteht eine verlässliche Datenbasis. Der Community Grade bleibt glaubwürdig – für eure Gäste an der Wand und für euer Routen­bau-Team bei der Planung.

Bewährt hat sich eine Übergangs­phase von einigen Wochen. In dieser Zeit lernen die Gäste die neue Bewertung kennen, und ihr seht, wie gut sie angenommen wird.

Sobald die meisten Bewertungen digital eingehen, können die Zettel auslaufen.

Nein. Der VR-Grad des Routen­bau-Teams bleibt als Vorschlag bestehen.

Der Community Grade wird daneben angezeigt – so sieht jeder, wie die Gäste die Route einschätzen.

Alle Fragen ansehen →

Grad-Bewertung in eurer Halle

Wir zeigen euch in einer Systemvorführung, wie die digitale Bewertung funktioniert – und wie ihr die Umstellung angeht.

Kontakt aufnehmen